Von der Analyse zur Umsetzung: Wie x-Inno Radar Regionen handlungsfähig macht

Wie gut sind Regionen wirklich auf die Zukunft vorbereitet? Und wovon hängt ab, ob Transformation gelingt oder stagniert? Genau diesen Fragen geht das Projekt x-Inno Radar mit einem klaren Fokus auf Soft Skills nach – einem Faktor, der lange unterschätzt wurde.

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Die bisherigen Ergebnisse zeigen ein deutliches Bild. Für den beruflichen Alltag – und damit auch für Innovationsfähigkeit – sind nicht primär technologische Kompetenzen entscheidend, sondern Fähigkeiten in den Bereichen Kommunikation, Problemlösung, Kreativität, Teamarbeit und Anpassungsfähigkeit. Gleichzeitig fehlt es in vielen Regionen an einem systematischen Zugang zur Entwicklung genau dieser Kompetenzen. Sie entstehen oft „nebenbei“, durch Erfahrung oder individuelle Initiative – selten jedoch als strategisch geförderter Bestandteil regionaler Entwicklung. In diesem Zusammenhang rückt auch die Frage nach der Überlebensfähigkeit von Regionen stärker in den Fokus. Es geht nicht nur um Wettbewerbsfähigkeit im klassischen Sinn, sondern um die Fähigkeit, mit Unsicherheiten, Krisen und tiefgreifenden Veränderungen umzugehen – also um Überlebenskompetenz im umfassenden Sinn.

X-Inno Radar übersetzt diese Erkenntnis in ein konkretes Werkzeug: die x-Inno Radar Toolbase . Sie bildet das Herzstück des Projekts und entwickelt sich zunehmend von einer Analyseplattform zu einem Instrument für praktische Umsetzung.

Im aktuellen Stand bündelt die Toolbase mehrere Ebenen von Information und macht sie erstmals systematisch nutzbar. Ausgangspunkt ist eine umfassende Umfrage unter Expert*innen, die Einschätzungen zu relevanten Soft Skills, Herausforderungen und Entwicklungsbedarfen in unterschiedlichen Regionen erhebt. Daraus entstehen regionale Profile, die nicht nur Stärken und Schwächen sichtbar machen, sondern auch ein differenziertes Bild davon zeichnen, wo konkrete Handlungsbedarfe liegen – etwa in der internen Kommunikation, im Umgang mit technologischen Veränderungen oder in der Zusammenarbeit zwischen Organisationen.

Diese strukturierte Sicht auf Herausforderungen bringt diese aktiv zur Sprache und benennt sie klar. Dies schafft eine Grundlage dafür, gezielt an ihnen zu arbeiten.

Besonders wertvoll wird dieser Ansatz durch die Möglichkeit, Regionen miteinander zu vergleichen. Auf Basis der erhobenen Daten sowie ergänzender statistischer Informationen, etwa aus Eurostat, lassen sich Unterschiede klar herausarbeiten. Dadurch entsteht eine neue Qualität von Transparenz: Regionen sehen nicht nur sich selbst, sondern auch, wie andere mit ähnlichen Herausforderungen umgehen. Das eröffnet Lernräume, die über klassische Best-Practice-Sammlungen hinausgehen.

Im Rahmen von x-Inno Radar wurde dazu ein Comparative Report erstellt, der acht europäische Industrie- und Transformationsregionen miteinander vergleicht. Der Bericht analysiert, wie Regionen mit multiplen Herausforderungen wie Digitalisierung, demografischem Wandel, wirtschaftlicher Transformation und neuen Kompetenzanforderungen umgehen. Besonders deutlich wird dabei, dass erfolgreiche regionale Entwicklung zunehmend von sogenannten transversal Skills abhängt – Fähigkeiten wie jene, die ganz am Beginn des Artikels schon gelistet sind. Gleichzeitig zeigt der Vergleich, dass viele Regionen zwar technologische Strategien entwickeln, jedoch häufig noch keine ausreichenden Strukturen zur Förderung dieser Soft Skills aufgebaut haben. Einige zentrale Erkenntnisse aus dem Comparative Report wurden auch im Blog des Leibniz-Instituts für Länderkunde veröffentlicht: „Beyond hard skills – how eight industrial regions are navigating multiple transformations“.

Doch die entscheidende Weiterentwicklung der Toolbase liegt nicht in der Analyse, sondern in der Übersetzung in konkrete Handlung. Genau hier setzt die aktuelle Erweiterung an. In verschiedenen Regionen wurden/werden Pilot-Aktionen zu 4 Handlungsträngen umgesetzt – also reale Interventionen, die direkt an den identifizierten Herausforderungen anknüpfen. Das können innovative Trainingsformate unter Einbindung von kreativ-künstlerischen Ansätzen sein, neue Kooperationsmodelle oder experimentelle Settings, in denen Zusammenarbeit bewusst anders gestaltet wird.

Bei der Auswertung der Erfahrungen aus diesen Local Actions wird die Toolbase noch einen Schritt weiter gehen: Durch strukturierte Beschreibungen, klare Typologien und konsistente Terminologien entsteht eine Wissensbasis, die auch maschinell auswertbar ist. Dadurch wird die x-Inno Toolbase zu einer fundierten Grundlage, um systematisch nach bereits vorhandenen Ansätzen zu suchen und transparent zu machen, welche Tools in welchen Regionen bereits verbreitet werden und wo bestimmte Aktivitäten noch initiiert werden könn(t)en, um vorab identifizierten Herausforderungen zu begegnen.

Der Unterschied zu vielen bisherigen Projekten wird auch darin liegen, dass diese Maßnahmen nicht isoliert bleiben. Sie werden systematisch dokumentiert, ausgewertet und in sogenannte Blueprints überführt. Diese Blueprints sind keine abstrakten Konzepte, sondern praxisnahe Handlungsleitfäden. Sie zeigen konkret, was funktioniert hat, unter welchen Bedingungen und wie sich diese Ansätze auf andere Regionen übertragen lassen. Sie verweisen auch auf mögliche Stolpersteine, die sich aus den Learnings der Pilot-Aktionen speisen.

Diese Wissensbasis auf der Toolbase kann außerdem laufend erweitert werden. Bestehende Pilot-Aktionen werden integraler Bestandteil der Datenbasis und können künftig direkt in Prompts eingebunden werden. So wächst das System kontinuierlich mit jeder neuen Erfahrung und verbessert gleichzeitig die Qualität der darauf aufbauenden Analysen und Empfehlungen. Damit entsteht ein entscheidender Mehrwert: Erfolgreiche Maßnahmen werden skalierbar. Regionen müssen nicht bei Null beginnen, sondern können auf erprobte Ansätze zurückgreifen und diese an ihre eigenen Rahmenbedingungen anpassen. Perspektivisch wird die Toolbase diese Blueprints so aufbereiten, dass sie interaktiv kombiniert werden können. Regionen können sich dann gewissermaßen ihr eigenes Maßnahmenpaket zusammenstellen – abgestimmt auf ihre spezifischen Herausforderungen.

Durch die verbesserten Möglichkeiten, KI einzubinden, zeichnet sich bereits ein weiterer Entwicklungsschritt ab. Künftig soll ein KI-gestütztes Modul die gesammelten Daten auswerten und daraus konkrete Politikempfehlungen ableiten. Die Idee dahinter ist so einfach wie wirkungsvoll: Statt allgemeiner Strategien entstehen maßgeschneiderte Vorschläge, die auf realen Daten und Erfahrungen aus Pilotprojekten und regionalen Besonderheiten basieren. Gerade für politische Entscheidungsträger*innen kann das eine neue Qualität der Orientierung bieten.

Insgesamt zeigt sich damit ein klarer Perspektivwechsel. X-Inno Radar versteht Soft Skills nicht als ergänzendes Thema, sondern als grundlegende Voraussetzung für funktionierende Innovationssysteme. Mit der x-Inno Radar Toolbase entsteht Schritt für Schritt ein Instrument, das Analyse, Vergleich und konkrete Umsetzung miteinander verbindet. Anders gesagt: ein Werkzeug, das Regionen dabei unterstützt, nicht nur zu erkennen, wo sie stehen – sondern tatsächlich ins Handeln zu kommen.
Und das Schöne ist, auf die Veröffentlichung und Nutzung der hier beschriebenen zusätzlichen Features muss man auch gar nicht mehr so lange warten. Schon Ende dieses Jahres 2026 sollte es soweit sein!