OTELO eGEN – DIE ERSTE BESCHÄFTIGUNGSGENOSSENSCHAFT IN ÖSTERREICH

Fragen und Antworten zur Genossenschaft

F.A.Q. Themen durchsuchen

1. Sinn und Zweck

  • Was uns darüber hinaus bewegt?
    Druck raus - Lust rein
  • Was verbindet die Gründungsgruppe der Otelo eGen?
    Wir sind experimentierfreudig und wollen die Arbeitskultur und -struktur für uns neu definieren und gestalten. Wir kennen uns im Schnitt mehrere Jahre, haben teilweise schon zusammengearbeitet und uns eine Vertrauensbasis geschaffen. Uns bewegen gesellschaftsgestaltende Anliegen.
  • Wofür wurde die Otelo Genossenschaft gegründet?
    Mit der Otelo eGen wurde ein Unternehmensraum geschaffen, um Arbeit als etwas mit dem Leben tief Verbundenes zu erfahren, in dem die Menschen ihre individuellen Potenziale leben und in Kooperation Sinn- und Gewinnstiftendes in die Welt bringen. Es ist ein Modell für ein selbstorganisiertes, lernendes, kooperatives Unternehmen. Die Mitglieder sind Otelo Vereine und Personen, die in der Genossenschaft angestellt sind. Gemeinsam gestalten wir einen sicheren und transparenten Organisationsrahmen, um Projekte umzusetzen sowie Wissen, Erfahrungen und Ressourcen zu teilen und zu bündeln.

2. Vorraussetzungen

  • Welche Revisionsverbände gibt es in Österreich?
    ÖGV - Österreichische Genossenschaftsverband (Sitz in Wien)
    Raiffeisenverband (länderweise organisiert)
    ÖBV - Österreichischer Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen (Wohnbau)
    Konsumverband - seit 2002 Kooperation mit dem ÖGV, der die Revisionen durchführt
  • Was sind die Voraussetzungen zur Gründung einer Genossenschaft?
    Es braucht eine Gründungsgruppe, eine Satzung, einen Wirtschaftsplan und - gesetzlich vorgeschrieben - die Aufnahme in einen Revisionsverband. Nach der sogenannten Gründungsversammlung wird die Genossenschaft ins Firmenbuch eingetragen.

3. Gründung

  • Wie ging es bei der Otelo eGen nach der Gründung weiter?
    Wir haben Anstellungen gemacht, Gewerbescheine gelöst und Aufträge abgewickelt. Dazu haben wir uns Vorlagen für Rechnungen, Controllinglisten, Dienstvertrag, Gleitzeitvereinbarung, Arbeitszeitaufzeichnung usw. entworfen. Schritt für Schritt erarbeiten wir uns unsere Organisationsstruktur und kümmern uns um die Finanzen, Personalagenden, Öffentlichkeitsarbeit und Organisatorisches. Die angestellten Mitglieder treffen sich regelmässig, wobei wir hierbei bedarfsorientiert untschiedliche Intervalle zum Einsatz kommen, im Moment treffen sich die Mitglieder der Otelo eGen alle 3 Wochen.
  • Was ist vor einer Gründung zu klären?
    Finde deine Gründungsgruppe und sucht gemeinsam Antworten auf folgende Fragen: Was ist uns wichtig? Wofür wollen wir eine Genossenschaft gründen? Wer kann Mitglied werden? Was ist der Förderzweck? Welche Einnahmen werden wir haben und welche Ausgaben? Welche Investitionen brauchen wir? Weiters ist hilfreich sich als Gruppe darüber Gedanken zu machen, auf welche Weise Entscheidungen getroffen werden sollen.   All diese Gedanken werden verschriftlicht und in die Satzung übersetzt damit für bestehende und zukünftige Mitglieder ein verbindlicher Rahmen festgelegt wird. Hierbei ist zu beachten, die Satzung ein "juristisches" Dokument ist, welches in bestehenden Rechtrahmen eingebettet ist. Möglicherweise müsst ihr eure Gedanken in diesen juristischen Rahmen übersetzen. Gewisse Konzepte wie zb. Konsent sind nicht durch Gesetze definiert und können ohne begleitende Klärung nicht verwendet werden.

4. Rechtsform

  • Was ist eine Revision?
    Als Revision wird die Prüfung durch einen Revisionsverband oder einen freien Revisor genannt. Diese hilft der Genossenschaft zu überprüfen, ob sie ihre in der Satzung festegelegten Ziele verfolgt, eine ordentliche Buchführung betreibt und sich an die bestehenden Rechte hält.
  • Wer haftet in einer Genossenschaft wie?
    Es gilt eine beschränkte Haftung. Die Mitglieder haften maximal mit ihrer doppelten Einlage. Die Höhe eines Genossenschaftsanteils und die Regelung wie viele zu zeichnen sind wird in der Satzung festgelegt. Der Vorstand stellt  das "geschäftsführende Organ" einer Genossenschaft dar und trägt somit die Verantwortung für den laufenden Betrieb. In der jährlichen Generalversammlung wird der Vorstand entlastet und die Verantwortung geht auf alle Mitglieder über. 
  • Kann eine Genossenschaft pleite gehen?
    Ja, wie jedes andere Unternehmen auch. Es passiert aber selten. Genossenschaften sind in Zeiten der Krise nachgewiesenermaßen stabiler.
  • Was zeichnet Genossenschaft aus?
    Sie vereint ideelle und wirtschaftliche Ziele. Sie hat einen offen Mitgliederkreis (Änderung ohne Notariatsakt) und erlaubt es das demokratischen Prinzip - ein Kopf eine Stimme - umzusetzen. Im Mittelpunkt steht die Förderung ihrer Mitglieder und die Beständigkeit des Unternehmens. Bei Austritt hat ein Mitglied Anspruch auf die Einlage, das ist der beim Eintritt eingebrachte Genossenschaftsanteil. Es besteht keine Anspruch auf die „inneren Werte“ des Unternehmens, damit gibt es keine spekulativen Anreize was sozusagen kapitalneutralisierend wirkt.
  • Was ist eine Genossenschaft?
    Es ist eine Rechtsform für ein Unternehmen, dass nach dem Genossenschaftsgesetz "im Wesentlichen dem Erwerb oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder dient". Mehrere Personen schließen sich zusammen und betreiben in Selbstorganisation ein Unternehmen, welches als Ziel hat ihre Mitglieder zu fördern.

5. Mitgliedschaft

  • Wie kann ich Mitglied einer bestehenden Genossenschaft werden?
    Rein formal ist ein Antrag auf Aufnahme zu stellen und nach positiver Entscheidung des Vorstandes der Geschäftsanteil (Einlage) einzuzahlen sowie das Mitgliedsformular auszufüllen. Grundsätzlich ist es ratsam für sich persönlich zu prüfen für welche Werte diese Genossenschaft steht, welche Kultur sie hat, was von den Mitgliedern erwartet wird und welche Förderung man erwarten kann.

6. Anstellung

  • Was ist eine Beschäftigungsgenossenschaft?
    Wie jedes anderen Unternehmen auch kann die Genossenschaft Anstellungsverhältnisse begründen. Bei einer Produktiv- ist die Schaffung von Arbeitsplätzen der Zweck des Unternehmens. Die Beschäftigungsgenossenschaft ist eine besondere Form davon und hier sind die Unternehmer_innen gleichzeitig auch die Angestellten. Die Otelo eGen ist so eine Beschäftigungsgenossenschaft.