OTELO eGEN – DIE ERSTE BESCHÄFTIGUNGSGENOSSENSCHAFT IN ÖSTERREICH

Objekte und Erzählungen im Kontext der urgeschichtlichen Pfahlbauten

Ein Projekt rund um das UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ in Österreich

Das Projekt „Doing Welterbe – Welterbe begreifen“ gehört zum Forschungsprogramm „Sparkling Science“ des Bundeministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und wird geleitet vom Naturhistorischen Museum Wien (Prähistorische Abteilung). Projektpartner sind das Kuratorium Pfahlbauten, die Universität Wien (Institut für Europäische Ethnologie), das Kinderbüro Universität Wien, Otelo eGen/OTELO Offenes Technologielabor (Standorte Vöcklabruck und Gmunden), die Universität Salzburg, die Volksschule Keutschach am See, die UNESCO Neue Mittelschule Mondsee und die Neue Mittelschule Seewalchen am Attersee.

Ausgangssituation — Bei Projekten, die in der Programmschiene „Sparkling Science“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft gefördert werden, handelt sich um Forschungsprojekte, die Schulen und wissenschaftliche Institutionen gemeinsam durchführen. Ziel ist es, einerseits mit‐ und voneinander zu lernen, andererseits aber auch Forschungsergebnisse von wissenschaftlichem Wert zu generieren. Genau diesen Ansatz verfolgt auch das Projekt „Doing Welterbe – Welterbe begreifen“.

Projektziel — Ziel des Projektes „Doing Welterbe“ war es, mit Schülerinnen und Schülern gemeinsam zu erforschen, welche Bedeutung Objekte und Erzählungen für die Menschen in der Region haben, wenn es um „ihr“ UNESCO-Welterbe geht. Ein zweiter Schwerpunkt lag auf der Entwicklung von Methoden, mit denen Schülerinnen und Schüler selbst digitale Abbilder von realen Objekten erstellen können, um damit in die Thematik der Pfahlbauten eintauchen zu können. Projekt-Fokus von Otelo im Projekt: 3D-Drucken/3D-Scannen.

Kurzbeschreibung — Wissenschaftlerinnen und Wissenschaflter vom Institut für Europäische Ethnologie, das Kuratorium Pfahlbauten, das Naturhistorische Museum und das offene Technologielabor OTELO erarbeiten gemeinsam mit SchülerInnen Geschichten, Methoden und Workshops, die das Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten im Alpenraum“ fass- und greifbar und damit lebendig machen.

Der Fokus des Projekts liegt auf Objekten und Erzählungen im Kontext urgeschichtlicher Pfahlbauten.

Der Fokus des Projekts liegt auf Objekten und Erzählungen im Kontext urgeschichtlicher Pfahlbauten. Im Zentrum stehen dabei die im Jahr 2011 zum UNESCO-Welterbe erhobenen Pfahlbauten in Oberösterreich und Kärnten. WissenschaftlerInnen vom Institut für Europäische Ethnologie, das Kuratorium Pfahlbauten, das Naturhistorische Museum und das offene Technologielabor OTELO erarbeiten gemeinsam mit SchülerInnen genau diese, häufig biographischen und oft auch widersprüchlichen Geschichten, die das Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten im Alpenraum“ fass- und greifbar und damit lebendig machen. Einzelne, aus den Seen geborgene Objekte, sowie die Erzählungen, die mit ihnen und den archäologischen Fundstätten verbunden sind, rücken die Welterbestätten erst ins Licht der Öffentlichkeit. Genau diese zwei Elemente – die Objekte und die Geschichten – standen im Mittelpunkt unserer forscherischen Aufmerksamkeit.

Vor diesem Hintergrund war ein erster Schritt, neun- bis dreizehnjährige SchülerInnen in die Welt des qualitativen Forschens einzuführen.Mit ergebnisoffenem Ausgang führten die Kinder anschließend selbstständig qualitative Forschungen in ihrem Umfeld durch und werten diese mit WissenschaftlerInnen vom Institut für Europäische Ethnologie gemeinsam aus, interpretieren und präsentieren sie.

In einem zweiten Schritt ließ OTELO mit den Kindern mittels 3D-Druck-Technik Artefakte der Pfahlbauzeit plastisch „wiederauferstehen“. Es kam dabei nicht nur zu einer intensiven Beschäftigung zwischen Technologie und Geschichte, sondern auch zu eigenen Gestaltungsmöglichkeiten im Welterbe.

PROJEKTBLOG

Das Arbeitspaket 3D-Drucken / 3D-Scannen

1. Evaluierung

Evaluierung von Low‐Cost 3D Scanner Technologien

2. Dokumentation

Dokumentation der ausgewählten 3D‐Scan-Methode

3. Entwicklung

Entwicklung der Workshop‐Formate

4. Durchführung

Betreuung und Durchführung der Workshops

5. Aufbereitung

Aufbereitung der digitalen Daten

6. Replizierung

Replizierung der Artefakte und Übergabe an die Schulklassen

Kern-Idee

Entwicklung eines Workshops mit dazu gehörigen Methoden, die es Schulklassen ermöglichen in die Thematik der Pfahlbauten einzutauchen und mit Hilfe von 3D-Scanner digitale Abbilder der vorhandenen archäologischen Artefakte zu erstellen. 3D-Druck macht es möglich, dass diese von den SchülerInnen angefertigten Abbilder, wieder zu „begreifbaren“ Objekten werden.

kernidee-image4Im ersten Schritt wurden 3D-Scan-Technologien evaluiert. Damit die entwickelten Methoden später auch sinnvoll im Regelunterricht eingesetzt werden können, wurde das Augenmerk vor allem auf Low-Cost-Technologien gelegt, welche zu erschwinglichen Preisen in Schulen verwendet werden können.

Die beiden Verfahren Infrarot-Tiefenkamera und Photogrammetrie stellten sich hierbei als kostengünstige Möglichkeiten des 3D-Scans heraus und wurden im Rahmen der Projektdokumentation für den Einsatz in unterschiedlichen Unterrichtsfächern vorgestellt. Diese Grundlagen sowie weitere Vermittlungsformate im Bereich des 3D-Drucks flossen in die Entwicklung der Workshops ein. Die Otelo eGen – in Zusammenarbeit mit den Offenen Technologielaboren Gmunden und Vöcklabruck – konzipierte und führte diese durch.

Parallel dazu wurde eine Reihe von Welterbeobjekten aufgenommen und zu digitalen 3D-Modellen aufbereitet. Jeder Schulstandort (Keutschach, Mondsee und Seelachsen) erhielt abschließend ein Sortiment von 3D-gedruckten Welterbe-Objekten, die sowohl aus der eigenen Region, als auch aus den anderen Fundstätten stammen.

Workshops

In den Workshops konnten die Schülerinnen und Schüler eigenständig 3D-Objekte aus unterschiedlichen Materialien anfertigen und diese anschließend zusammen mit originalen Fundobjekten aus den UNESCO-Welterbestätten, die unter anderem das Kuratorium Pfahlbauten und regionale Museen zur Verfügung gestellt hatten, einscannen.

Die Workshops sind als Stationen-Betrieb konzipiert. Die drei Stationen: Theorie 3D-Technologie, 3D-Drucken, 3D-Scannen sind jeweils modular aufgebaut. Die einzelnen Elemente können auch unabhängig voneinander oder in anderer Zusammenstellung eingesetzt werden und wurden in einem Handout für Pädagoginnen, das im Zuge des Projekts vom Kinderbüro der Universität Wien gemeinsam mit den Projektpartnern erarbeitet wurde, dokumentiert.

Station: Theorie 3D-Technologie
Ein mit Videos unterstützter Vortrag führt in das Thema 3D-Technologie und deren Einsatzmöglichkeiten ein. In der anschließenden Gesprächsrunde werden Themen wie Authentizität und (Im)-Materialität diskutiert und der Frage nachgegangen, ob ein 3D-gedrucktes Objekt Teil des Welterbes sein kann.

Station: 3D-Scannen
Hier werden zum einen eigene „Welterbe-Objekte“ aus Lego, Knetmasse oder Playmais gebaut. Diese Objekte werden anschließend mittels zwei Scan-Methoden (ipad-Scan und Photogrammmetrie) eingescannt und können anschließend am Monitor betrachtet werden. Gleichzeitig können die SchülerInnen auch ein originales Objekt aus dem Welterbe der Pfahlbauten an einer vorbereiteten Scan-Station einscannen.

Station: 3D-Drucken
Die SchülerInnen können hier einen 3D-Drucker live bei der Nachbildung eines steinzeitlichen Fundstücks beobachten. Weiters wird das Konzept des schichtweisen Aufbaus begreifbar vermittelt, indem ein Welterbe-Objekt aus Styropor nachgebaut wird. Kreative Gestaltungsmöglichkeiten mit einem 3Doodler (ein 3D-Druck-Stift) sowie Heißklebepistolen vermitteln den TeilnehmerInnen wie das im 3D-Druck verwendete Schmelzschichtverfahren funktioniert.

Projektpartner

ProjektmitarbeiterInnen